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FMF heisst auf Deutsch FAMILIÄRES MITTELMEERFIEBER
Was ist das?
Das familiäre Mittelmeerfieber ist eine ererbte Erkrankung, die
gekennzeichnet ist durch wiederkehrende Anfälle von Fieber, Bauch-, Brust-
oder Gelenkschmerzen und Gelenkschwellung. Meist sind Menschen betroffen,
die aus dem Mittelmeerraum oder dem mittleren Osten stammen, in Deutschland
überwiegend Türken, aber auch Araber, Armenier, Juden und selten Griechen,
Italiener und Spanier.
Wie häufig ist sie?
Die Häufigkeit der Erkrankung ist hoch in Bevölkerungsgruppen mit besonderem
Risiko und kann dort bis zu 3 auf 1000 betragen. In den meisten anderen
Teilen der Welt ist die Erkrankung sehr selten. Nachdem jedoch das
verantwortliche Gen entdeckt worden ist, ist die Erkrankung häufiger auch
bei Menschen gefunden worden, bei denen sie zunächst nicht vermutet worden
war, insbesondere bei Italienern, Griechen und Amerikanern. Im Allgemeinen
beginnen die Krankheitsanfälle vor dem 20. Lebensjahr, meist bei 90% der
Patienten. In mehr als der Hälfte der Fälle beginnt die Erkrankung in den
ersten 10 Lebensjahren. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen.
Was sind die Ursachen der Erkrankung?
FMF ist eine genetische Erkrankung. Das verantwortliche Gen heißt MEFV-Gen,
mediterranes Fieber (Mediterranean fever)-Gen und gibt die Bauanleitung für
ein Protein wieder, das eine wichtige Rolle bei der begrenzenden Regulation
der Entzündung spielt. Wenn dieses Gen eine Veränderung (Mutation) trägt,
wie beim FMF, kann diese Herunterregulation der Entzündung nicht gut
durchgeführt werden und der Patient bekommt Fieberattacken. Zurzeit wird
nach weiteren Genen geforscht, die die Erkrankungsausprägung möglicherweise
modifizieren könnten.
Ist die Erkrankung ererbt?
Die Erkrankung ist vererbt als eine autosomal rezessive Erkrankung, d. h.
Jungen und Mädchen sind genetisch gleich häufig betroffen und dies bedeutet
auch, dass FMF nur ausbricht, wenn beide Genkopien verändert sind, wenn also
die Erkrankung sowohl von der Mutter als auch vom Vater ererbt worden sind.
Beide Eltern sind also Träger. Ein Träger ist jemand, der nur eine
veränderte Kopie hat, während die andere Kopie gesund ist, so dass keine
Krankheit entsteht. In der erweiterten Familie finden sich nicht selten
weitere Fälle von FMF, z. B. bei einem Geschwisterkind, einem Cousin, einem
Onkel oder einem entfernteren Verwandten. Wenn jedoch, wie das selten
möglich ist, einer der Elternteile FMF hat und der andere Elternteil
Krankheitsträger ist, dann gibt es ein 50-prozentiges Risiko, dass ein Kind
ebenfalls FMF bekommt.
Warum hat mein Kind diese Erkrankung bekommen?
Kann es verhütet werden?
Das Kind hat diese Erkrankung, weil die entsprechend veränderten Gene FMF
hervorrufen. Es ist wichtig zu wissen, dass Heirat von nahen Blutsverwandten
das Risiko, FMF-betroffene Kinder zu haben, vergrößert. Bei etwa einem
Viertel der Patienten stammen die Eltern aus dem gleichen Familienstammbaum,
sind also Nachfahren der gleichen Ahnen. Besonders die Individuen, die aus
Gegenden mit einer großen Häufigkeit von FMF stammen, sollten ermuntert
werden, Heiraten mit nahen Blutsverwandten zu vermeiden.
Ist die Erkrankung ansteckend?
Sie ist nicht ansteckend.
Was sind die wichtigsten Krankheitserscheinungen?
Die wichtigsten Krankheitserscheinungen sind wiederkehrendes Fieber,
Bauchschmerzen, Brustschmerzen und Gelenkschmerzen. Die Anfälle von
Bauchschmerzen sind am häufigsten und finden sich bei etwa 90% der Patienten.
Brustschmerzen treten bei 20 bis 40% auf, Gelenkschmerzen bei 50 bis 60% der
Patienten. Gewöhnlich klagen Kinder über eine ihnen eigene Art eines Anfalls,
z. B. wiederkehrende Bauchschmerzen und Fieber. Nur wenige Patienten haben
unterschiedliche Arten von Anfällen, nur eine Krankheitserscheinung zurzeit
oder unterschiedliche Kombinationen von Krankheitserscheinungen. Diese
Anfälle sind selbstbegrenzt, dauern zwischen 1 und 4 Tagen. Die Patienten
gesunden vollständig am Ende des Anfalls und sind zwischen den Anfällen
völlig gesund. Einige der Anfälle können so schmerzhaft sein, dass der
Patient oder die Eltern medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Besonders die
schweren Anfälle von Bauchschmerzen können wie eine akute
Blinddarmentzündung aussehen, weshalb einige Patienten unnötigerweise am
Blinddarm operiert werden.
Andere Anfälle, sogar beim gleichen Patienten, können so leicht sein, dass
sie mit harmlosen Bauchschmerzen verwechselt werden. Dies ist der Grund,
weshalb Patienten mit FMF nicht leicht zu erkennen sind. Während der
Bauchschmerzen ist das Kind häufig verstopft, wenn die Schmerzen besser
werden, können jedoch dünnere Stühle erscheinen.
Das Kind hat gelegentlich sehr hohes Fieber während eines Anfalls, oder aber
auch nur eine leicht erhöhte Temperatur bei anderen Anfällen. Der
Brustschmerz ist häufig einseitig. Er kann so schwer sein, dass der Patient
nicht tief einatmen kann. Der Brustschmerz verschwindet innerhalb von
wenigen Tagen ohne bleibende Schäden. Gewöhnlich ist nur ein Gelenk zurzeit
betroffen, man spricht von Monarthritis. Dies ist gewöhnlich ein
Sprunggelenk oder ein Kniegelenk. Das Gelenk kann so stark geschwollen und
schmerzhaft sein, dass das Kind nicht laufen kann. In einem Drittel der
Fälle haben die Patienten einen rötlichen Ausschlag über dem betroffenen
Gelenk. Die Gelenkentzündung kann länger als die anderen Zeichen des Anfalls
dauern. Diese Dauer der Gelenkentzündung kann bis zu 2 Wochen betragen. Bei
einigen Kindern ist die einzige Krankheitserscheinung die wiederkehrende
Gelenkschwellung, was zur Fehldiagnose eines akuten rheumatischen Fiebers
oder des kindlichen Rheumas führen kann.
Bei etwa 5 bis 10% der Fälle kann die Gelenkbeteiligung sogar chronisch
werden und dann zu bleibenden Schäden führen.
Der typische Hautausschlag des FMF ist eine Rötung der Haut, die wie ein
Erysipel aussieht, meist in der Haut der Beine und über den Gelenken
anzutreffen. Einige
Kinder klagen über Beinschmerzen, die sehr ausgeprägt sein können.
Zu den seltensten Krankheitserscheinungen gehören wiederkehrende
Entzündungen des Herzfells (Pericarditis, Entzündung der äußerten Schicht
des Herzens, des Herzbeutels), Muskelentzündung (Myositis),
Hirnhautentzündung (Meningitis) und Entzündung der Hoden (Orchitis).
Einige Patienten zeigen auch eine Entzündung der Gefäße (Vasculitis), und
Erkrankungen wie die Purpura Schönlein-Henoch oder die Polyarteritis nodosa
sind häufiger bei Kindern mit FMF.
Die wichtigste Komplikation von FMF ist die Entwicklung einer Amyloidose bei
unbehandelten Fällen. Amyloid ist ein besonderes Eiweiß, das in einzelnen
Organen wie den Nieren, dem Darm, der Haut, dem Herzen abgelagert wird und
einen allmählichen Verlust der Funktion dieser Organe bewirkt, besonders der
Nieren. Amyloid ist nicht spezifisch für FMF und kann auch bei anderen
chronischen entzündlichen Erkrankungen auftreten, die nicht gut behandelbar
sind, wie z. B. dem Rheuma, dem kindlichen Rheuma oder der Tuberkulose. Wenn
man bereits Amyloid im Darm oder in der Niere findet, ist dies ein sicheres
Spätzeichen der Erkrankung.
Kinder die eine ausreichende Dosis von Colchicin erhalten, sind sicher vor
dem Risiko, eine lebensbedrohliche Komplikation wie die Amyloidose zu
entwickeln.
Ist die Erkrankung die selbe bei jedem Kind?
Die Erkrankung ist nicht die gleiche bei jedem Kind. Der Typ, die Dauer und
die Schwere der Anfälle können bei verschiedenen Kindern unterschiedlich
sein, aber auch beim gleichen Kind können die einzelnen Anfälle
unterschiedlich sein.
Ist die Erkrankung bei Kindern und Erwachsenen unterschiedlich?
Im Allgemeinen ähnelt FMF bei Kindern und Erwachsenen sich. Jedoch sind
einige Krankheitserscheinungen wie Gelenkentzündung und Muskelentzündungen
häufiger bei Kindern und deren Häufigkeit sinkt wenn der Patient älter wird.
Eine Entzündung des Hodens findet sich besonders bei Jungen, nur selten bei
männlichen Erwachsenen. Auch das Alter bei Beginn von FMF ist bedeutsam. Das
Risiko einer Amyloidose ist höher bei unbehandelten Patienten mit frühem
Krankheitsbeginn.
Wie wird die Erkrankung festgestellt?
Es gibt keinen spezifischen Labortest für die Diagnose von FMF. Gewöhnlich
wird die Diagnose wie folgt gestellt:
a) Klinischer Verdacht: Man kann die Diagnose FMF nur vermuten, wenn das
Kind mindestens 3 Anfälle hatte. Eine genaue Untersuchung der familiären
Herkunft sollte erfolgen und Verwandte mit ähnlichen Beschwerden oder
Niereninsuffizienz sollten gesucht werden. Die Eltern sollten die
vorangehenden Attacken genau beschreiben.
b) Weitere Untersuchungen: Ein Kind mit der Verdachtsdiagnose FMF sollte
genau weiter verfolgt werden, bevor die richtige Diagnose festgestellt wird.
Der Patient sollte während eines Anfalls genau untersucht werden,
körperlicher Befund und Blutuntersuchungen zum Nachweis der Entzündung.
Normalerweise werden diese Blutteste während der Entzündung positiv und
normalisieren sich danach, wenn der Anfall verschwindet. Es gibt
Klassifikationskriterien, die helfen sollen, FMF in diesem Stadium der
Diagnostik zu erkennen. Es ist aus unterschiedlichen Gründen nicht immer
möglich, das Kind während eines Anfalles zu untersuchen. Dann sollten die
Eltern ein Tagebuch führen und die Anfälle genau beschreiben.
c) Reaktion auf die Colchicin-Behandlung: Kinder mit Befunden der
Untersuchung und des Labors, die auf die Diagnose FMF stark hinweisen,
sollten für etwa 6 Monate Colchicin erhalten, um den Therapieerfolg zu
untersuchen. Wenn der Patient FMF hat, bleiben die Anfälle unter dieser
Behandlung entweder aus, oder die Anzahl, die Schwere und die Dauer der
Anfälle wird deutlich geringer als vorher sein. Erst nachdem alle diese
Diagnostikstufen vollständig durchlaufen sind, wird man die Diagnose FMF
akzeptieren und eine lebenslange Therapie mit Colchicin durchführen.
Weil FMF eine Reihe unterschiedlicher Systeme des Körpers betrifft, sind
auch unterschiedliche Spezialisten in der Versorgung des Kindes beteiligt.
Zu diesen gehören der Kinderarzt, der Kinderrheumatologe, der Kinder-Nephrologe
(Nierenspezialist) und der Kinder-Gastroenterologe (Magen-Darm-Spezialist).
d) Genanalyse: Während der letzten Jahre ist es möglich geworden, den
genetischen Defekt bei Patienten mit FMF oder solchen bei denen dies
vermutet wird, direkt darzustellen. Die Diagnose FMF wird bei der Genanalyse
bestätigt, wenn der Patient zwei Veränderungen trägt, eine Veränderung von
jedem Elternteil. Die bisher beschriebenen Veränderungen des Gens finden
sich bei etwa 70 bis 80% der Patienten mit FMF. Dies bedeutet, dass es
Patienten mit FMF gibt, bei denen nicht zwei Genveränderungen (Mutationen)
gefunden werden. Deshalb hängt die Diagnose FMF weiterhin von der Erfahrung
des behandelnden Arztes ab. Zudem sind Genanalysen möglicherweise nicht
überall auf der Welt verfügbar.
Fieber und Bauchschmerzen sind sehr häufige Beschwerden des Kindesalters.
Deshalb kann es manchmal nicht leicht sein, auch bei Hochrisikopatienten die
Diagnose FMF zu stellen. Manchmal dauert es mehrere Jahre, bevor die
richtige Diagnose gestellt wird. Diese Verzögerung der Diagnose kann wichtig
sein, weil das Risiko einer Amyloidose bei unbehandelten Patienten ansteigt.
Es gibt eine Reihe anderer Erkrankungen mit wiederkehrenden Anfällen von
Fieber, Bauchschmerzen und Gelenkschmerzen. Die Mehrzahl dieser Erkrankungen
ist ebenfalls genetisch bedingt. Dazu gehören das Hyper-IgD-Syndrom, das
TNF-Rezeptor verbundene periodische Fiebersyndrom, das periodische
Fiebersyndrom mit aphthöser Stomatitis, Pharyngitis und zervikaler Adenitis,
das Behçet-Syndrom, die Muckle-Wells-Erkrankung, das CINCA-Syndrom. Die
weitere Abgrenzung erfolgt durch die Untersuchung des Patienten, der
Laborwerte und den Verlauf.
Worin liegt die Bedeutung von Labortesten?
a) Blutteste: Die Laborteste sind bedeutsam bei der Diagnostik von FMF, weil
sie, wie die Blutsenkungsgeschwindigkeit, das CRP und das Blutbild sowie das
Fibrinogen das Ausmaß der Entzündung während eines Fieberanfalles anzeigen.
Diese Teste werden wiederholt, nachdem das Kind frei von allen
Krankheitserscheinungen ist, um zu bestätigen, dass sich die Befunde
normalisiert haben. Bei einem 1/3 der Patienten normalisieren sich die Werte
vollständig, während sie bei den anderen 2/3 zwar deutlich zurückgehen,
jedoch weiterhin am oberen Rande der Norm oder sogar darüber sind. Auch die
Genanalyse erfolgt aus dem Blut. Wenn die Kinder mit Colchicin behandelt
werden, sollten Blut und Urin etwa 2 x im Jahr untersucht werden.
b) Urinteste: Der Urin wird untersucht auf Eiweiß und rote Blutzellen. Es
kann während der Fieberanfälle zu vorrübergehenden Veränderungen kommen.
Jedoch findet sich bei Patienten mit Amyloidose dauerhaft Eiweiß im Urin.
Wenn dies der Fall ist, muss mit weiteren Untersuchungen nach einer
Amyloidose geforscht werden. Dazu gehört die Bestimmung des Eiweißes im
24-Stundenurin und eine Biopsie mit Gewebegewinnung aus dem Enddarm oder der
Niere, worin die Einlagerung von Amyloid nachgewiesen werden kann.
c) Die Gewebeentnahme aus Niere oder Enddarm bedeutet die Entfernung eines
kleinen Gewebestückchens. Dies ist im Falle des Enddarmes leicht zu machen.
Falls die Biopsie des Enddarms kein Amyloid zeigt, muss eine Nierenbiopsie
vorgenommen werden, um die Diagnose Amyloidose zu bestätigen. Für die
Durchführung einer Nierenbiopsie muss das Kind stationär aufgenommen werden.
Die entnommenen Gewebe werden gefärbt und dann unter dem Mikroskop nach
abgelagertem Amyloid untersucht.
Kann die Erkrankung behandelt/geheilt werden?
Die Erkrankung kann durch die lebenslange Gabe von Colchicin behandelt
werden, jedoch nicht geheilt werden. Die Therapie verhindert das Auftreten
der wiederkehrenden Anfälle und die Entwicklung einer Amyloidose. Jedoch
kommen die Anfälle wieder, sobald der Patient das Medikament absetzt, und
das Risiko der Amyloidose erscheint erneut.
Worin besteht die Behandlung?
Die Behandlung des FMF ist einfach, billig und ohne wesentliche
Therapienebenwirkungen. Colchicin ist das einzige Medikament, das in der
Behandlung von FMF verwandt wird. Nachdem die Diagnose feststeht, muss das
Kind lebenslang behandelt werden. Wenn das Medikament richtig eingenommen
wird, verschwinden die Erscheinungen vollständig in etwa 60% der Fälle, eine
teilweise Besserung erreicht man in 30%, nur bei 5-10% ist die Therapie
wirkungslos. Da die Behandlung nicht nur die Anfälle vermindert, sondern
auch das Risiko der Amyloidose, müssen Ärzte und andere Vertrauenspersonen
der Patienten den Eltern und den Patienten immer wieder erklären, wie
wichtig die tägliche Einnahme des Medikamentes in der angegebenen Dosis ist.
Das genaue Einhalten der Therapieanweisung ist sehr wichtig. Wenn dies
durchgeführt wird, kann das Kind ein normales Leben führen mit einer
normalen Lebenserwartung. Die gegebene Dosis des Medikamentes sollte nicht
von den Eltern selbständig verändert werden, ohne dies mit dem behandelnden
Arzt zu besprechen.
Die Dosis von Colchicin sollte während eines Anfalles nicht gesteigert
werden, da dies wirkungslos ist. Die Wirksamkeit des Colchicin liegt in der
Verhinderung eines Anfalles. Es gibt keine Interaktionen von Colchicin mit
anderen Medikamenten.
Es gibt einige Versuche mit anderen Behandlungsarten wie Interferon-gamma,
TNF-Blockern und Thalidomid. Bisher gibt es keine guten Daten zur
Wirksamkeit und Sicherheit dieser Medikamente.
Was sind die Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie?
Es ist nicht einfach für die Eltern, akzeptieren zu müssen, dass ihr Kind
diese Tabletten immer nehmen muss. Die Eltern sind häufig sehr besorgt wegen
der Colchicin-Nebenwirkungen des Colchicins. Es handelt sich um ein sicheres
Medikament mit geringen Nebenwirkungen, die gewöhnlich gut auf eine
Dosisverminderung reagieren. Die häufigste Nebenwirkung ist Durchfall.
Einige wenige Kinder können die gegebene Dosis nicht ertragen, weil sie
häufig flüssige Stühle haben. Bei diesen Kindern sollte die Dosis so lange
vermindert werden, bis die Kinder dies gut vertragen können und dann kann
die Dosis allmählich in kleinen Schritten erhöht werden bis die normale
Dosis erreicht ist.
Andere mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.
Bei einigen wenigen Patienten kann es zu Muskelschwäche kommen. Die Anzahl
der weißen und roten Zellen und der Blutplättchen im Blut kann manchmal
vermindert sein, es kommt jedoch zu einer Normalisierung nach Verminderung
der Dosis. Eine Verminderung der Anzahl von Spermien tritt nur sehr selten
in der normalen Dosierung auf. Weibliche Patienten brauchen keine
Therapiepause während der Schwangerschaft oder dem Stillen eines Kindes
einzulegen.
Wie lange sollte die Behandlung dauern?
Es handelt sich um eine lebenslange vorbeugende Behandlung.
Was ist mit unkonventionellen ergänzenden Therapien?
Es gibt keine entsprechende Therapie.
Welche regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sind notwendig?
Kinder unter Colchicin-Therapie sollten 2 x im Jahr Blut- und
Urinuntersuchungen haben.
Wie lange wird die Erkrankung dauern?
Es handelt sich um eine lebenslange Erkrankung.
Wie sieht die langfristige Entwicklung der Erkrankung aus (Prognose)?
Wenn die Erkrankung richtig behandelt ist, wenn also lebenslang Colchicin
gegeben wird, können Kinder mit FMF ein normales Leben führen. Wenn jedoch
eine Verzögerung in der Diagnosestellung auftritt oder die Behandlung nicht
richtig durchgeführt wird, steigt das Risiko, eine Amyloidose zu entwickeln,
die mit einer ungünstigen Krankheitserwartung verbunden ist. Kinder, die
eine Amyloidose entwickeln, müssen eventuell eine Nierentransplantation
haben.
Verzögerte Entwicklung ist meist kein wesentliches Problem bei FMF. Bei
einigen Kindern kann jedoch der Wachstumsspurt zurzeit der Pubertät
verzögert sein und sich unter einer Colchicin-Therapie verbessern.
Kann man vollständig gesund werden?
Nein, denn es handelt sich um eine genetische Erkrankung. Unter einer
lebenslangen Therapie mit Colchicin hat der Patient jedoch die Gelegenheit,
ein völlig normales Lebens zu führen ohne Einschränkungen und ohne die
Gefahr, eine Amyloidose zu entwickeln.
Wie könnte die Erkrankung des tägliche Leben der Familie und des
Kindes beeinträchtigen?
Kind und Familie haben bereits größere Probleme gehabt, bevor die Erkrankung
festgestellt wurde. Sie haben das Kind möglicherweise bei Ärzten und
Krankenhäuser häufig vorgestellt wegen Anfällen von Bauchschmerzen,
Brustschmerzen oder Gelenkschmerzen. Einige Kinder sind operiert worden.
Nachdem die Diagnose gestellt worden ist, können Kind und Eltern ein
normales Leben führen, wenn sie Colchicin nehmen. Dabei kann man sogar
vergessen, dass das Kind FMF hat. Dies kann jedoch gefährlich sein, weil
dann möglicherweise die regelmäßige Medikamenteneinnahme leidet. Das einzige
verbleibende Problem ist die seelische Last einer lebenslangen Behandlung.
Dies kann verbessert werden durch entsprechende Aufklärungsprogramme für
Patienten und Eltern.
Was ist mit der Schule?
Häufige Anfälle von Fieber stellen ein Problem für den Schulbesuch dar. Nach
Einführung der Colchicin-Therapie sollte dies kein Problem mehr sein.
Die Lehrer sollten über die Erkrankung informiert sein und wissen, was zu
tun ist, falls ein Anfall während der Schulzeit beginnt.
Was ist mit Sport?
Der Patient mit FMF, der eine lebenslange Therapie mit Colchicin erhält,
kann an jedem Sport teilnehmen, den er bevorzugt. Das einzige Problem könnte
eine lang dauernde Gelenkentzündung sein, die eine Bewegungseinschränkung
hervorruft.
Was ist mit einer Diät?
Es gibt keine spezifische Diät.
Kann das Klima den Verlauf der Erkrankung beeinflussen?
Nein das Klima beeinflusst die Erkrankung nicht.
Kann das Kind geimpft werden?
Ja das Kind kann normal geimpft werden.
Was ist mit dem Sexualleben, Schwangerschaft und
Schwangerschaftsverhütung?
Der Patient mit FMF hatte Probleme mit der Fruchtbarkeit, bevor die
Colchicin-Therapie eingeführt wurde. Seit der Einführung von Colchicin ist
dieses Problem nicht mehr vorhanden. Das Medikament muss auch während der
Schwangerschaft eingenommen werden.
Bron:
-
Barakat MH, Karnik AM,
Majeed HWA, et al.: Familial Mediterranean fever (recurrent hereditary
polyserositis) in Arabs--a study of 175 patients and
review of the Literature. Q J Med 60:837, 1986. Provides an
extensive review of the clinical and pathologic manifestations of FMF and
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differences in the incidence of amyloidosis.
- Pras E, Aksentijevich I, Gruberg L, et al.: Mapping of a gene causing
familial Mediterranean fever to the short arm of chromosome 16. N Engl J Med
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- Zemer D, Pras M, Sohar E, et al.: Colchicine in the prevention and
treatment of the amyloidosis of familial Mediterranean fever. N Engl J Med
314:1001, 1986. A retrospective review of 1070 patients that
provides convincing evidence that long-term colchicine therapy arrests the
development
of amyloidosis.
- PRINTO
PRINTO
(Pediatrische
Reumatologie Internationale Trial (onderzoek) Organisatie) is een non-profit
internationale organisatie die in 1964 is opgericht door 14 Europese landen
(tegenwoordig 43 landen binnen en buiten Europa), met als doelstelling het
begeleiden en stimuleren van onderzoek. Hieronder valt zowel het opzetten,
uitvoeren, analyseren en publiceren van wetenschappelijke studies naar de
effectiviteit en veiligheid van medicamenteuze behandelingen, als ook studies
naar de kwaliteit van leven of de lange termijn gevolgen voor kinderen met
reumatische aandoeningen. PRINTO bestaat uit veelal academische behandelcentra
die actief betrokken zijn bij onderzoek en behandeling van kinderen met
reumatische aandoeningen.
PRES (Europese vereniging voor Pediatrische Reumatologie) is een
internationale wetenschappelijke organisatie voor Europese medewerkers van de
reguliere gezondheidszorg die werkzaam zijn op het vakgebied van de
kinderreumatologie (medewerkers van landen buiten Europa zijn associate
members). De doelstelling van PRES is het bevorderen van de kennis van
kinderreumatische aandoeningen en het stimuleren van onderzoek op dat gebied,
het stimuleren van het uitwisselen van kennis door middel van congressen en
publicaties, het ontwikkelingen van behandelprotocollen volgens uniforme
maatstaven, en het ontwikkelen van richtlijnen en standaards voor de opleiding
van doktoren en anderen gezondheidsmedewerkers (zoals fysiotherapeuten,
ergotherapeuten, reumaverpleegkundigen, maatschappelijk werkenden) op het
deelgebied van de kinderreumatologie. Daarnaast bevordert PRES het onderling
afstemmen van activiteiten op dit gebied binnen Europa. Zo nemen de voorzitter
van PRINTO en de voorzitter van de werkgroep Pediatrische reumatologie van de
EULAR (European League Against Rheumatism) permanent plaats in het bestuur van
de PRES. |